Rentenbezug ist keine Voraussetzung
Für die Aktivrente zählt nur, dass Sie die Regelaltersgrenze erreicht haben und als Arbeitnehmer arbeiten. Ob Sie bereits eine Altersrente beziehen, spielt keine Rolle.
Damit gibt es zwei Wege: Sie beziehen Rente und arbeiten dazu, oder Sie arbeiten weiter und schieben den Rentenbeginn hinaus.
Was der Aufschub bringt
Für jeden Monat, den Sie die Altersrente nach der Regelaltersgrenze nicht in Anspruch nehmen, steigt sie dauerhaft um 0,5 %. Ein Jahr Aufschub bringt also 6 % mehr Rente, lebenslang.
Steuerlich hat der Aufschub einen weiteren Effekt: Ohne Rente wird nur der Lohn über 2.000 € besteuert. Ihr Einkommen bleibt dadurch niedriger, und häufig fällt gar keine Steuer an.
Rechenbeispiel
Eine Rente von 1.500 € steigt durch ein Jahr Aufschub um 90 € auf 1.590 € im Monat. Dafür verzichten Sie ein Jahr auf 18.000 € Bruttorente. Nach rund 17 Jahren haben Sie den Verzicht durch die höhere Rente wieder ausgeglichen, ohne Steuern und Rentenerhöhungen gerechnet.
Ob sich das lohnt, hängt vor allem von Ihrer Lebenserwartung und davon ab, ob Sie die Rente zum Leben brauchen. Lassen Sie sich vor der Entscheidung von der Deutschen Rentenversicherung beraten; die Beratung ist kostenlos.
Rentenversicherung: mit und ohne Rentenbezug
Solange Sie keine Altersrente beziehen, bleiben Sie auch nach der Regelaltersgrenze rentenversicherungspflichtig. Sie zahlen 9,3 % vom Lohn, der Arbeitgeber ebenso, und diese Beiträge erhöhen Ihre spätere Rente zusätzlich zum Zuschlag von 0,5 % je Monat.
Beziehen Sie bereits eine volle Altersrente, sind Sie versicherungsfrei. Sie können gegenüber dem Arbeitgeber aber schriftlich auf die Versicherungsfreiheit verzichten. Dann zahlen Sie Ihren Anteil wieder selbst, und die Beiträge erhöhen Ihre Rente jedes Jahr ein wenig.